Die KPD/AO löste sich 1980 auf. Allerdings könnten solche Bilder auch früher entstanden sein, wenn sich nach Parteiausschlüssen und Abgängen das eine oder andere Parteibüro nicht mehr halten ließ. Hier wurde der Papiernachlass vergessen und das antiquierte Wählscheibentelephon verweist auf die 70er. Die Wände sind akkurat mit Poster versehen und in der Mitte eingerahmt Lenin. Ja, wäre denkbar. Rotes Sonnenlicht fällt passenderweise durch das offene Fenster. Die Häuser mit abblätternder Farbe verweisen auf Kreuzberg. Heute würde man sowas als Start-up bezeichnen, doch selbst die haben es etwas bequemer. In den 70er ging es eben etwas proletarischer zu. Oder was man dafür hielt.
Die Schriften auf den Postern erinnern an Niederländisch. Da muß Gemini noch nachbessern. Ansonsten wurde der Raum recht aufgeräumt zurückgelassen. Immerhin, die rote Sonne scheint durchs Fenster.
Oder wie wäre es damit? Es wirkt wie eine Knastzelle. Man mußte eben nehmen, was billig war. Die Spinnweben im Regal verweisen darauf, dieses Büro ist schon längere Zeit aufgegeben. Die Schreibmaschinen und die Hektografiermaschine hätte aber sicher jemand gebrauchen können.
Über die Posterschriften muß man hinwegsehen. Doch der Hektografierer scheint echt Retro. Allerdings ist der Raum zu leer. Parteibüros waren mit Papier überladen. Soviel konnten die Genossen gar nicht unters Volk bringen, wie sich da stapelte.
Und hier schauts aus, als wäre eben noch der Zeitungsredakteur zu Gange gewesen. Das Maoposter stimmt nicht ganz. Maoismus war kein Begriff der Partei, der kam eher von der Konkurrenz.
Die gleiche Zelle im Licht des Vollmondes. Ein sauber aufgeräumter Schreibtisch. Ja, die hatten auf Ordnung und Disziplin bestehende Leute. Vor allem die Parteidisziplin sollte so ihren Ausdruck finden, im Gegensatz zu den Chaoten der Spontis und Anarchos. Na wenigstens ne gute Aussicht auf die Dächer West Berlins.
Hier scheint die grelle Sonne rein, was den Raum auch nicht einladender wirken lässt. Nur die Schrift K-Gruppen gab es nicht. Das war eine Bezeichnung der Presse und der traditionellen Kommunisten. In Berlin war das die SEW, in der BRD die DKP. Sozusagen der revisionistische Hauptfeind.
Und noch eine Version, eines Lost Places, wie man sowas heute nennen würde. Das Poster der Antifaschistischen Aktion ist freilich etwas anachronistisch und gab es in den 70er noch nicht. Und wenn, schwarz rot? Sowas hätte es nie in einem Parteibüro der KPD gegeben. Wie zu sehen, hier war ein Raucher bei der Arbeit. Ja, damals wurde noch gut gequarzt. Die Packung war noch preisgünstig. Die Schreibmaschine müßte man heute im Antiquariat suchen, zu der Zeit noch in Betrieb. Denn diese ML Parteien produzierten in erster Linie Bleiwüsten um sich von Revis, Diversanten, Spaltern, Liquidatoren, Utopisten, Spontaneisten, Reformisten und sonstigen Isten abzugrenzen. Ansonsten bietet dieser Anblick trotz der Spuren eines ordentlichen Parteimenschen, doch ein trauriges Bild.
Neben der KPD gab es in den 70er einen ganzen ML Sektenzoo plus weiterer Strömungen, bei dem schon Insider die Übersicht verlieren konnten. Und somit viele Parteibüros die alle irgendwie gleich aussahen.
Da waren wir im neuen Jahrtausend bereits weiter. Auf einmal tauchten längst vergessene Parteien und Gruppen wieder auf die aus der realen Welt längst verschwunden waren. Das Internet machte es möglich. Doch steckte oftmals nicht mal ein Parteibüro dahinter. Diese Seiten konnten auch von einer Einzelperson mit Rechner aus der eigenen Wohnung erstellt werden. Da steckte oft noch weniger dahinter, als in den 70er.
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| Hier herrscht Ordnung. |
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Zu den Bildern wäre zu sagen, man ahnt es schon, hier stimmt so einiges nicht. Profis sind das mal nicht. Wer ne teure Cam mit sich rumschleppt wird kaum das Risiko eingehen und so nah rangehen. So viel verdienen die auch nicht, um sich alle paar Wochen ne neue Ausrüstung zu leisten. Und warum auch? Fettes Tele, da kannst Sicherheitsabstand halten. Eine Extrademo gegen Kameras hat's so auch nicht gegeben. Hat sich Gemini ausgedacht, wär aber denkbar. Ironisch dargestellt ist die Aufregung der Leut, aber selbst mit dem Smartphone abfilmen. Voll konsequent, ebenso wie einige der Parolen sich selbst konterkarieren. Kapitalism Kills. Witzigerweise verdanken wir dem Kapitalismus die Digitalfotografie mitsamt Smartphones. Noch nicht lange her, da verbot Nord-Korea den Touristen die Digitalkameras. Sie konnten sie nicht überprüfen, dazu fehlte den Aufpassern das Fachwissen. Mittlerweile haben sie nachgezogen. Siehe auch: AI Pix |
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| Dover bei Sturm. |





























