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| Frankfurt im eisigen Griff. Die Kälte hat die Stadt lahmgelegt. Der Main gefroren und begehbar. Sieht aber nicht danach aus, als würde es irgendwer vorhaben. Niemand zu sehen, der noch irgendwas vorhaben könnte. In den Banktürmen sitzt auch niemand mehr, der dem Geld hinterherjagt. Nur der Sonnenuntergang taucht die Hochhäuser für kurze Zeit im warmen Licht. Nachts bestimmt das Einheitsblau des Mondlichts die Illumination. Es wollt kein Hund so länger leben. Drum haben sich die Bewohner der Wanderung ergeben. Wohin, so fragt der Spötter. Das wissen nur die Götter. |
Der Weltuntergang.
Den gibt es, seit es Menschen gibt. Frecherweise ist die Welt immer noch da. Und zudem, die Einzigen, die bisher einen Weltuntergang gesehen haben, waren die Astronauten, die um den Mond flogen. Denn nur da kann man die Welt untergehen sehen. Also eine begrenzte Anzahl von Menschen. Landet man erstmal auf dem Mond, muß man zumindest auf dieses Schauspiel verzichten. Die Erde steht am Himmel und verändert ihre Position nicht mehr.
Die religiös definierten Weltuntergänge haben mit der Zeit etwas an Glanz und Furcht eingebüßt, oder wurden wie Ragnarök, Teil der Popkultur. Vor dem Jüngsten Gericht zittern nur noch die Sektierer.
Dafür wurde der Weltuntergang in all seinen Formen Teil der Popkultur als Thema in Filmen und Science Fiction Romanen und damit säkularisiert und man fragt sich, ob es nicht langsam langweilig wird. Ob Außerirdische, Ufos oder derartige Plagegeister uns plattmachen wollen, oder die Natur ausrastet. Sei es in Form von Vulkanen, Erdbeben, Asteroiden, gemeinsam ist ihnen, das ist nicht das Ende. Einer kleinen Gruppe von Überlebenden gelingt es immer unter Führung eines Helden zu entkommen, zu überleben und eine neue Welt zu erbauen, die sich von der alten Welt nicht unterscheidet. Ein Weltuntergang ist schließlich keine Revolution. Änderungen der Gesellschaft sind verboten. Alles bleibt wieder beim Alten, versteht sich.
Manche dieser Dystopien sind daher echt reaktionär geraten. Der Weltuntergang löst nicht nur die sozialen Probleme unserer Zeit, er führt auch zurück in eine Retrowelt. In die gute alte Zeit. Ins Mittelalter, was die Produktion angeht, in eine vor technisierte Zeit und oft genug, zu einer Wiederherstellung der guten alten Sitten und Lebensweisen, die von der Moderne und der Stadt versaut wurden. Und auch zur Wiederherstellung der religiösen Ordnung, als noch niemand dran zweifelte und die Menschen glücklicher waren. Waren sie das? Wiederherstellung der Frömmigkeit, das ist das Thema der Filme aus den USA, die für die Zielgruppe der Sekten produziert werden. Zum Glück taugen sie meist nicht zum Blockbuster. Ihre reaktionäre Botschaft ist zu offensichtlich.
Vorstellungen vom Weltuntergang ziehen sich freilich auch durch die Welt der Linken. Wenn schon der Kapitalismus nicht zu Bruch gehen will und die Revolution in weiter Ferne rückt, dann setzen einige offenbar die Hoffnung in ein Desaster, das den Kapitalismus wenigstens auf diese Weise zu Bruch gehen lässt. Liegt darin möglicherweise der Hang vieler Linker, aus jeder Krise gleich den kommenden Weltuntergang herauszulesen? Der Wald stirbt, die Industrie wird uns alle vergiften. Und nun das Klima. Nein, ich fürchte, so leicht kommen wir nicht davon. Die gute alte Apokalypse lässt ja auch schon 2000 Jahre auf sich warten und es hat nicht den Anschein, als würden wir sie noch erleben.
Was die aktuellen Weltuntergänge angeht, alles schon dagewesen. KI? Die alte Furcht vor dem Roboteraufstand. Fehlt nicht an Romanen meist vom Niveau Bahnhofsliteratur. Erderwärmung? Vor dem CO² Anstieg wurde schon vor Jahrzehnten gewarnt. Anstieg des Meeresspiegels? Gähn. Eiszeit? Alles schon dagewesen. Die von Menschen geschaffene Technik, die uns über den Kopf wächst, wie Gentechnik, elektronische Überwachung, totale Kontrolle. Hatten wir alles schon. Ach ja, fast hätt ich den Atomkrieg vergessen.
Für all das hat Hollywood die passenden Bilder geschaffen. Anfangs im Modell, mittlerweile im Rechner zusammengebaut. Jedenfalls Bilder, wie die Welt danach aussehen würde. Oder was davon noch übrig ist.
AI stellt dagegen eine Demokratisierung dar. Weltuntergang für alle. Was bisher Hollywood vorbehalten war, denn nur die konnten die teuren Programme bezahlen, mit denen sich kostengünstig Großstädte plattmachen ließen, ist nun für alle da. Frankfurt in der Eiszeit? Gemini liefert es dir. Frankfurt vom Wald überwuchert? Kannst sofort haben.
Oder man zieht mit der Kamera los. Hab ich bisher gemacht. Verfallende Architektur, die sich die Natur zurückholt? Nennt man auch Lost Place und da kann man das im verkleinerten Maßstab betrachten. Die Stadt nach dem Krieg? Solche Bilder bekommst in Farbe, wenn mal wieder was abgerissen wird, wenn auch im lokalen Maßstab. Doch auch das kann die AI liefern. Doch es prickelt doch etwas mehr, wenn man live solche Orte absuchen kann und nie weiß, was man vorfindet.
Und wie man weiß, der schönste Weltuntergang war immer noch Pompeji. Damals eine Katastrophe für die Betroffenen. Heute ein Glücksfall für die Forschung. Eine römische Stadt, fast original erhalten, sogar mit der Wandpropaganda und den Kloinschriften.
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| Was zur Hölle ist denn hier passiert? Die Sonne hat sich in ein Black Hole verwandelt. Die Atmosphäre ist gefroren und nur die Akkretionsscheibe spendet noch etwas Licht. Frankfurt in ferner Zukunft? Nicht ganz. Das Black Hole ist etwas zu groß geraten. Da hätte sich die Erde bereits in ihre Bestandteile zerlegt. Doch so sieht es optisch besser aus. Und natürlich weiß Gemini, wie ein Black Hole auszusehen hat. Die Raumkrümmung zeigt uns auch den hinteren Teil und klappt die verdeckte Gasscheibe um neunzig Grad um, so daß man sie sehen könnte. Wenn man so nah ran käme. Ist nicht zu empfehlen. Etwa wie der Aufkleber am Auto. Wenn du das lesen kannst, bist du zu nah dran. Doch keine Panik. Die Sonne wird nicht zum Black Hole mutieren, so jedenfalls die Astronomie. Dazu hat sie zu wenig Masse. |
















































































