Zwar nicht auf den ersten Blick erkennbar, aber die Vorlage bildet der Bücherwurm von Carl Spitzweg. Hier in die Neuzeit verlegt. Da sitzt oder steht der Altlinke auf der Leiter und sein Blick ist in eines der Klassiker vertieft. In den Werken von Marx, Lenin, Stalin wie auch Maos, muß doch der Schlüssel zur Lösung aller Probleme zu finden sein. Wie zu sehen, diese Büchersammlung enthält nicht nur die Klassiker, auch verbotene Schriften wie die der Anarchisten oder Sozialisten sind vorhanden. Ob Revisionisten wie Bernstein oder Kautzky, sie sind verfügbar. Warum das?
Know your enemy.
Das wußte schon die Kirche, von der genau der Sprachgebrauch wie Revisionismus, Ketzer, Abweichler, Renegat usw. übernommen wurde. Auch die sammelte die Schriften ihrer Schäfchen, die von der amtlichen Lehre abwichen.
Lern deine Feinde kennen, um sie aus den geheiligten Hallen der Partei ausschließen zu können. Um sie ins Exil zu treiben, wenn möglich oder sie ins Lager zu stecken.
Doch das ist Geschichte. Schon in den 70er Jahren etwa, reichte es allenfalls zum Ausschluß aus dem Verein. Reale Macht hatte man ja nicht. Und als die Sonne der Parteiaufbauer sank, fragten sich einige Unverbesserliche, woran hat's gelegen? Warum scheiterte eine Gruppe nach der anderen? Lag es an der falschen Theorie? Hatte man die richtige Theorie falsch verstanden? Oder nur falsch angewendet? Oder die falsche Theorie richtig angewendet? Oder falsch ausgelegt? Oder was, wenn man eine falsche Theorie falsch anwendet? Führt sie dann zum richtigen Ergebnis? Fragen über Fragen. Einige Unentwegte nahmen es auf sich, dieser Frage nachzugehen und so suchten sie in den Seiten der Klassiker und den Schriften der nicht ganz so klassischen, nach der Gebrauchsanleitung für erfolgreichen Parteiaufbau inklusive Revolution.
Und wenn sie nicht gestorben sind …… so könnte man das Märchen beenden.
Kleiner Scherz. Soviel ist sicher. Sie haben etwas mißverstanden. Wie viele Arbeiter haben Marx gelesen? Meist hatten sie eh kein Geld dafür und wenn, schnell hätten sie es beiseite gelegt. Schwer lesbar und was sollen sie damit anfangen? Die Ausbeutung mußte ihnen niemand vorrechnen.
Ohne Theorie keine Revolution sagten die Kommunisten. Denn die Bücher konnten ja nicht umsonst geschrieben sein. Auf den Barrikaden der Revolution von 1848 ging es eher um die Frage, wie stoppen wir die Armee. Weniger darum, daß wir nur eine bürgerliche Revolution machen, damit die eigentliche noch kommt. Hä, was? Hat dich ne Kugel getroffen? Der redet wirr.
Nach der Theorie bricht der Kapitalismus früher oder später zusammen und die Arbeiter übernehmen die Macht. Bei der globalen Krise nach dem Schwarzen Freitag schien es endlich soweit. Wie vorhergesagt. Doch von Revolution weit und breit keine Spur. Was also war falsch an der Theorie?
Wie auf den Bildern zu sehen, die Sonne scheint rot durchs Fenster. Passt doch. Als wollte das Licht Hoffnung verbreiten. Diese Schreibarbeit kann doch nicht umsonst gewesen sein. Was die schlafende schwarze Katze nicht weiter beeindruckt. Da müssen doch die richtigen Argumente zu finden sein? Die Katze jedenfalls lässt sich nicht davon stören. Als wenn die Welt über Argumente funktioniert. Als wenn die Parteien der Arbeiterklasse an Argumenten gescheitert wären. Eher daran, daß sie unter sich blieben und den Arbeiter wenig beeindruckten und den Staat noch weniger, von einzelnen paranoiden Verfolgungsaktionen abgesehen. Und daß nach all den erfolglosen Jahren auch die letzten Optimisten sagten, so geht's mal nicht. Wir verschwenden nur unsere Zeit. Weil es nur unbegründeter Idealismus ist, zu glauben, man könne eine Partei nach der Blaupause der Zwanziger Jahre aufbauen, darauf achten daß sie die reine Lehre vertritt, jeder die heiligen Texte verinnerlicht und dann würde sich der Erfolg zwangsläufig einstellen. Die Katze konterkariert solche Hoffnungen einfach und denkt nicht dran, wegen Hirngespinste ihren Schlaf zu unterbrechen.
Oder schauen wir uns die Versuche an, den Sozialismus zu schaffen. Ob Kuba oder Afrika, alles Länder in denen es keine nennenswerte Arbeiterklasse wie in Europa gab. Da hätte es nach den Dogmen doch keinen Sozialismus geben können, da müßte erstmal eine bürgerliche Revolution stattfinden. Dazu braucht es aber ein Bürgertum. Gibt es das überhaupt? Und wenn nicht, wo nehmen wir eines her?
Oder wie war das mit der Arbeiterklasse, die einige Schlauberger als Arbeiteraristokratie bezeichneten, die kein Interesse haben kann, ihre Privilegien gegenüber den Arbeitern der dritten Welt aufzugeben. Ja, was machen wir denn da? Offenbar erweist sich die Welt als komplexer als der Hauptwiderspruch von Arbeit und Kapital und den restlichen Nebenwidersprüchen. Der Ideologe, dem die Felle davonschwimmen, geht an die Decke. Am liebsten würde er solche Gedanken verbieten und den Denker gleich mit.
Genau so. Früher konnte man noch die Partei Bolschewisieren. Was übersetzt bedeutet, alle auszuschließen, die irgendwie unzuverlässig sind, Zweifel äußern oder noch eigene Gedanken haben. Wie ein Magnet müssen alle auf eine Richtung ausgerichtet sein. Nur dann kann die Revolution kommen. Bekanntlich ignorierte die Revolution derartige Mühen und entsagungsvollen Arbeiten. Und als sie dann doch kam, da war sie gar nicht vorhergesehen und viele Linke schimpften Konterrevolution. Der Zusammenbruch des Ostblocks hatte in ihrem Weltbild keinen Platz. Keine Zeile in den Klassikern erklärte was da passiert war und wie. Klar, die Vorstellungen der Linken vor einer Revolution waren von den Propagandabildern von 1917 verstellt. Und die Ausrede, das war ja gar kein echter Sozialismus, na an den glaubten ihre Vertreter selber nicht.
Die frühen Sozialisten, von Bebel über Marx und Engels u.v.m. hatten wenig Erfahrung, wie eine alternative Gesellschaft aussehen sollte. Einen Staat, der die eigenen Leute überwachen und kontrollieren muß, damit sie nicht in den Kapitalismus zurückfallen, hatten sie eher nicht auf der Rechnung. Ein sozialistischer Staat, der die Arbeiter kontrollieren muß und ihnen den Streik verbietet, ist ja ein Widerspruch in sich selbst.
Die Theorie in Bücher, schön und gut. Schreiben kann man viel. Aber sobald sich die Theorie an der Realität beweisen muß, geht es meist schlecht für die Theorie aus. Um die Theorie zu retten, mußte in Russland Krieg gegen das eigene Volk geführt werden. Nicht gegen die Ausbeuter, die waren ja schon entmachtet. Man mußte die Leut umerziehen. Dabei hieß es doch, die Menschen folgen ihren Interessen und die Arbeiterklasse hat genau das Interesse …… warum also mußte man die Leut erziehen? Steckte noch zuviel von der alten Welt in ihnen? Trauten sie der Propaganda nicht so recht, daß nun alles ihnen gehört?
An Widersprüchen fehlt es echt nicht. Doch dafür gibt es einen Grund. Buchgläubige, und da macht es wenig Unterschied, um welche Bücher es sich handelt, neigen dazu die ganze Welt mit ihrem Buch erklären zu wollen. Und damit können sie nur scheitern. Denn die Realität ist zu vielfältig um zwischen zwei Buchdeckel Platz zu finden.
Als Spitzweg sein Bild malte, war das noch weit weg. Die Industrielle Revolution war mehr zu erahnen als zu bemerken. Es war noch eine völlig andere Welt. Doch Bücherwürmer gab es auch zu seiner Zeit. Solche, für die Wahrheit nur in Schriftform existieren kann. Was nicht im Buch steht und zitiert werden kann, gibt es nicht oder ist irrelevant. Der Lichtstrahl, der auf ihm fällt, steht dafür, da draußen gibt es auch noch eine Welt, oder der Leser hofft auf Erleuchtung? Eine Aussage die sich heute auf die Netzsüchtigen übertragen ließe. Geh mal vor die Tür, da findet das Leben statt und verscheuch die Gespenster der Verschwörungmärchen, die dich in ungelüfteten Kammern heimsuchen.
Und auch die Linken haben so ihre Verschwörungsstorys. Von der Paranoia Stalins, über den XX. Parteitag, der den Sozialismus beendet haben soll, bis zum Mauerfall. Der ist für einige Linke nur Folge einer Riesenverschwörung. Das konnte ja nicht mit rechten Dingen zugehen. Irgendwer muß das gesteuert haben.
Wo werden solche Hirngespinste eigentlich ausgebrütet? AI machts möglich und zeigt es humorvoll.
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| Soll witzig sein, ja. |
| Grand theft frankfurt 7 |
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Die Fahrbahnmarkierung auf der Zeil gibt es nicht. |
| Und so stellt sich Gemini das Plündern auf der Zeil in Frankfurt vor. |
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Nu ich war nicht dabei. ;-)) Siehe auch: GenZ in Frankfurt |





























































