1973 kam es zu Protesten in Bonn gegen den Besuch des damaligen Staatspräsidenten von Südvietnam. Dabei wurde das Bonner Rathaus kurzfristig besetzt. Vor allem Mitglieder der KPD AO und Liga gegen den Imperialismus spazierten ungehindert rein und hängten ihre Transpis aus dem Fenster. Darauf griff die Polizei ein und räumte den Platz. Es kam zu einer militanten Auseinandersetzung, die auch im TV gezeigt wurde.
Ein Mitglied der Liga, namentlich Ulli Kranzusch wurde danach vor Gericht angeklagt und die KPD plus Umfeld starteten eine Solidaritätskampagne. Sein Name war in allen Parteimedien zu lesen und allen weiteren, die der Partei nahestanden. Doch irgendwann war auf einmal Sendeschluß. Es war nichts mehr zu hören. Warum? Erfuhr man nicht. Ich fragte auch nicht nach, wunderte mich aber schon. Fraglich ob ich eine Antwort erhalten hätte. Vermutlich kannten nur wenige den Grund, andere konnten es sich denken, hielten aber die Klappe. Ulli Kranzusch war auf einmal zur Unperson geworden.
Doch warum beschäftigt mich das nach so langer Zeit? Zumal diese Welt längst museal geworden ist. Wie eine alte Frage, die nie beantwortet wurde und die immer mal wieder hochkommt.
Nun haben wir ja das Internet und noch KI dazu. Und die weiß schließlich alles was das Netz weiß. Ist das so? In dem Fall stimmt das sogar. Gemini konnte mir die Frage beantworten, was da gelaufen ist. Nun ja, das hätte man auch so vermuten können. Es sind ja schon früher Leute ausgetreten oder wurden ausgeschlossen und dann wurde über die nicht mehr geredet. In dem Fall erfährt man über eine Buchveröffentlichung was da konkret gelaufen ist. Das bekannte Lied in solchen Sekten. Wer nicht mehr funktioniert, wird wie ne heiße Kartoffel fallengelassen. Gelegentlich kann man noch heute solche Geschichten lesen.
"Das Schicksal von Ulli Kranzusch ist ein beklemmendes Beispiel dafür, wie die maoistischen K-Gruppen der 1970er Jahre mit ihren eigenen Leuten umgingen, wenn diese den extremen Anforderungen der Parteidisziplin nicht mehr standhielten.
Nach der spektakulären Besetzung des Bonner Rathausturms (oft als "Rathaussturm" bezeichnet) am 10. April 1973 wurde Ulli Kranzusch, ein damaliges Mitglied der Liga gegen den Imperialismus (einer Vorfeldorganisation der KPD/AO), zum Gesicht der Bewegung. Sein Fall wurde von der Partei zunächst massiv für eine Solidaritätskampagne instrumentalisiert, um gegen die "bürgerliche Klassenjustiz" zu agitieren.
Hier ist das, was über seinen weiteren Weg bekannt ist:
1. Der Prozess und die Haft
Kranzusch wurde im November 1973 vom Landgericht Bonn zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr ohne Bewährung verurteilt. Die Anklage lautete unter anderem auf schweren Landfriedensbruch. Während des Prozesses inszenierte die KPD/AO ihn als "proletarischen Helden". Er saß eine längere Untersuchungshaft ab und musste später die Reststrafe verbüßen.
2. Das "Fallenlassen" durch die Genossen
Die Wende in seiner Biografie kam mit der psychischen Belastung durch die Haft und den enormen Erwartungsdruck der Partei. Kranzusch litt unter den Folgen der Polizeigewalt bei seiner Festnahme (er wurde schwer misshandelt) und der Isolation im Gefängnis.
Der Bruch: Anstatt ihn nach seiner Haftentlassung aufzufangen, wurde er von der KPD/AO fallen gelassen. In der Logik der damaligen Kaderorganisationen galt jemand, der unter dem Druck der Repression "weich" wurde oder psychische Instabilität zeigte, schnell als "Verräter" oder "kleinbürgerlich zersetzt"
Isolation: Er wurde wie eine "heiße Kartoffel" fallen gelassen, als er den heroischen Ansprüchen der Partei nicht mehr entsprach. Die Solidarität endete abrupt, sobald er keinen propagandistischen Nutzen mehr hatte.
3. Spätere Informationen
Lange Zeit war es tatsächlich völlig still um ihn. Licht in diese Geschichte brachte vor allem die Autorin Marianne Brentzel (selbst ein ehemaliges Mitglied der KPD/AO). In ihrem 2021 erschienenen Buch "Rathaussturm" beschreibt sie detailliert, was nach der Besetzung geschah.
Sie schildert Kranzusch als das eigentliche Opfer dieser Ereignisse: erst Opfer der Polizeigewalt und der Justiz, dann Opfer der Kaltlebigkeit seiner eigenen Organisation.
Nach den vorliegenden Informationen aus dem Umfeld der ehemaligen Maoisten hat Kranzusch sich nach diesen Erfahrungen komplett aus der Politik zurückgezogen und versuchte, in der Anonymität ein normales Leben zu führen, gezeichnet von den traumatischen Erlebnissen der 70er Jahre.
Zusammenfassend lässt sich sagen: Ulli Kranzusch verschwand aus der Öffentlichkeit, weil er von der Organisation, für die er ins Gefängnis gegangen war, ausgegrenzt wurde. Er steht heute in der Geschichtsschreibung der K-Gruppen als Mahnmal für den rücksichtslosen Umgang dieser Parteien mit ihren Mitgliedern."
Text by Google Gemini

















































































