Freitag, 21. August 2026

AI Pix

Die Freiheit führt das Volk an. Das bekannte Bild von Delacroix als Basis für abgewandelte Versionen. Zeitversetzt in den Pariser Mai 68. Für Palitücher ist’s freilich noch etwas früh. Doch da gibt es noch mehr Anachronismen. Fotohandy hatte auch noch niemand. Und Parolen wurden eher gepinselt als gesprüht. Tags gab’s schon mal gar nicht. Man könnt meinen die AI versteht die Zeit nicht.
Seid realistisch, fordert das Unmögliche. Auf die Barrikaden. Aber ein Gewehr schleppte 68 keiner mit sich herum. Es war ja kein Bürgerkrieg. Und die Trikolore war eher nicht die Fahne der Demonstranten.
Student, Arbeiter, Existentialist alle vereint auf den Barrikaden. Doch irgendwie können sie sich nicht entscheiden, unter welcher Fahne. Die Trikolore oder die Rote Fahne mit Stern. Dafür stimmen die Parolen. Unter dem Pflaster der Strand und Fantasie an die Macht. Der traditionellen KP packte das Grausen. So hatten sie sich die Revolution aber nicht vorgestellt und überhaupt, hatten sie sich von der Revolution längst verabschiedet und waren zu rechten Sozialdemokraten mutiert. 
Und nun geht's in die Neuzeit. Was denn nu los? Die AI probt den Aufstand? Oder sind es die User, die gegen die AI Konzerne auf die Barrikaden steigen? Machen wir AI zu unserer Waffe. Schlagen wir sie mit ihren eigenen Waffen. Erstmal können. Doch AI ist auch nur ein Werkzeug, wenn auch ein eigenwilliges mit dem man sich schnell auf die Finger kloppen kann. Und auf wessen Seite sie steht, ist noch nicht raus. Doch erstmal gibt’s was auf die Nuss. Da muß eben, wie man sieht einiges an Elektronik dran glauben. Unter dem Banner der AI geht's voran. Niemand hält uns auf, ist erst die AI mit uns. Ein netter Traum. Träumen darf man ja noch und AI visualisiert sie.











 

„Die bekannte Karikatur, der Lotse geht von Bord in moderner Form. Der Lotse ist ein Altlinker bekleidet in Trainingsanzug. An der Railing steht statt des Kaisers, eine Frau in Jeans und Tank top mit Palästinensertuch und roter Fahne, was den Widerspruch darstellen soll, daß Frauen in westlicher Kleidung sich mit dem Islam solidarisieren, in deren Machtbereich sie so nicht herumlaufen könnten. Das Bild soll den Generationswechsel darstellen und daß die Altlinken langsam abtreten und ihre Erfahrungen nicht mehr beachtet werden. Damit werden von der neuen Generation auch ihre Fehler wiederholt. Was sich in dem Aufkommen autoritärer Gruppen zeigt, die die alten Ideologien aus den 70ern vertreten. Bild Fotoreal ausführen.“ 
Soweit der Prompt

Wie kann man diese Konfliktlinie darstellen? Nur ein Generationenkonflikt? Oder steckt mehr dahinter? Denn Generationenkonflikt hört sich so verharmlosend banal an. Ja, den hatten wir auch mal. Das legt sich noch. Das gab’s schon immer. 
Also nichts weiter als schon Dagewesenes worüber man sich keine weitergehenden Gedanken machen muß. Wie visualisiert das Gemini? Natürlich mit Vorgaben im Prompt. Und wenn hier die Klimabewegung dargestellt wird, dann steht diese nur stellvertretend für die aktuell aktive Generation. Bereits vor ihnen gab es Linkswende und Co. Oder sonstige Kleingruppen, die ihr Selbstverständnis aus der Vergangenheit bezogen. Nicht zu vergessen die derzeitigen autoritär agierenden Gruppen, in denen es ja nur sektiererisch zugehen kann. Anders wären sie nicht existenzfähig. Was nicht heißt, daß es bei denen die man früher als Undogmatisch bezeichnet hätte, so viel besser zuginge. Auch die sind von Ideologien bestimmt, deren Akzeptanz die Funktion hat, drüber zu entscheiden, ob man dazugehört oder dazugehören darf. Die haben nicht weniger Dogmen als ihr Gegenstück. 
Genau die haben nun das Schiff übernommen, um das mal bildlich auszudrücken. Oder war es nur Gretas Partyboot, der an Lächerlichkeit nicht mehr zu überbietenden Flotte? Die Verbindung von Kufiya und Klima soll den Widerspruch darstellen. Zum einen eine Bewegung die neu, jung und noch offen ist, aber nun anfängt sich mit dem antiimperialistischen Ballast der Vergangenheit zu belasten und in die alte Falle tappt, die Bürgerkriegsparteien in der dritten Welt zu idealisieren. Aufgrund der eigenen begrenzten Möglichkeiten, sucht man nach mächtigen Verbündeten und schaut nicht so genau hin. Das war die Politik in den 60er und 70ern, als seinerzeit die ‚Kulturrevolution‘ idealisiert wurde und noch einiges mehr.
Und was macht unser Altlinker? Sich resigniert davonschleichen? Was sonst? Die hören ja doch nicht zu. Da kenn ich mich aus. Fünfzig Jahre nach der Blütezeit der ML-Sekten und deren Niedergang, seh ich sie wieder. Am ersten Mai ziehen sie über die Straße. In einem Erscheinungsbild und Gehabe, als wärst grad aus ner Zeitmaschine gestiegen. So kommt das einen linken Veteranen vor. Sind sie echt so hohl, wieder an Lenins Kaderpartei zu glauben und daß man damit erfolgreich was bewegen könnte? Traurigerweise muß man diese Frage wohl mit ja beantworten. 
Und über eines machen sie sich auch keine Gedanken. Wie soll man mit einer autoritär hierarchischen Partei eine freie Gesellschaft schaffen? Daß daraus nur eine Parteidiktatur werden kann, davor hat schon Dostojewski gewarnt.
Zum Glück ist daraus noch keine Massenbewegung geworden und es schaut auch nicht danach aus, als würden sie über ihren Sektenstatus hinauskommen. Doch die Linke, die über sie nicht zu Unrecht erheitert ist, darf auch selbst mal in den Spiegel schauen. Sie pflegt ebenfalls ihre unhinterfragten Dogmen und Vorurteile, die sie für viele Menschen ungenießbar machen. 
Da bleibt dem Altlinken nur, runter von Gretas Partyboot. Da hast nichts zu suchen. Da machst dich allenfalls noch zur Lachnummer. 
Selbst wenn die Gewissheiten und ewigen Wahrheiten der leninistischen Wende nicht bei ihnen angekommen sind, dafür sind es eben die Gewissheiten des Geschlechterzoos und des edlen Wilden. Geschichte wiederholt sich nicht? Irgendwie hat man das alles schon mal erlebt.
Die bekannte Kari von John Tenniel nun Fotorealistisch ausgeführt. Warum die Frau Schulterfrei trägt? Klar, eine Anspielung auf die Palisolidarität weiter Teile der Linken, die auch Teile der Klimakids erfasst hat. Gerade zur wärmeren Jahreszeit sieht man sie in einem Outfit auf den Demos, im Gaza würde jede Frau in der Aufmachung Leben und Gesundheit riskieren. Irgendwie scheint dieser Widerspruch ihnen am Arsch vorbeizugehen. Sich in relativer Freiheit für Unfreiheit zu positionieren, nun wenn man den Verstand auf stand by schaltet und sich so zum nützlichen Idioten (Wird Lenin zugeschrieben, soll aber doch nicht von ihm stammen, hätte aber. Offenbar im Kalten Krieg entstanden) macht. Oder im Bild mit der Hammer/Sichel Fahne. Und rechts die im Kopftuch gewandeten Frauen arabischer Herkunft. Also aus Länder, in denen die Kommunisten als Partei verboten sind und umgebracht werden. Nette Verbündete hast dir gesucht. Dem Altlinken packt das Grausen. So kann ich hier nicht länger hausen.
Eine weitere Version der Symbolbilder. Aktivisten mit Pappschilder. Solidarität mit Palästina  und Antifa Zone. Da passt was nicht so ganz zusammen. Und nicht nur, weil bei Hamas und Hisbollah ‚Mein Kampf‘ als Leitfaden so seine Fans hat. Im weiteren Bild, Hammer/Sichel und Palifahne. Linke und Islamisten harmonisch vereint. Da wo sie die Macht haben, enden Linke am Baukran, wie man sich noch erinnern darf. Und was soll der Linke ihnen erzählen? Daß sie ein manichäisches Weltbild vertreten? Das ihre antikoloniale Ideologie die Welt mal wieder in schwarz weiß sehen lässt? Ja, hatten wir damals auch. War so bequem, wenn man in dieser komplexen Welt wenigstens wußte, wer der Schuldige ist. War bequem, gegen die Amis zu sein und damit konnt man ja nur auf Seiten der Guten stehen, wenn man selbst schon nichts ändern kann. Bis sie in Kambodscha ihr eigenes Volk umbrachten. Kapieren die wovon du redest, oder müssen sie einfach ihre eigenen Dummheiten machen. Wenn ja, dann gebt ihnen eine Spielwiese aber besser keine reale Macht.
Bemerkenswerterweise stellen die Bilder das Grundproblem eindringlicher dar als lange Texte. Auch wenn diese deswegen nicht überflüssig werden, denn nicht alle erklären sich von selbst. Etwas Vorwissen muß man schon voraussetzen.
Karikaturen könne einen Sachverhalt verdichten und so für jeden leicht erkennbar darstellen. Doch sie können ebenso gut für Propaganda mißbraucht werden. Das ist wiederum ein Thema für sich.










Wie ist das zu verstehen? Es gibt noch Hoffnung.

Der kann doch nicht der einzige Idiot 
unter lauter Normalen sein.
 
Die Zukunft.
Die folgenden fünf Bilder zeigen Frankfurt in der Retrofuture. So nennt man die Bilder, die in den fünfziger und sechziger entstanden und zeigen, wie man sich zu der Zeit die Zukunft so vorstellte. Mit Hochhäusern die dem Eiffelturm nachempfunden sind und vielen Überführungsstraßen und natürlich Luftverkehr.
Die darauf folgenden Bilder zeigen Frankfurt, wie sich aktuell die (US) Filmindustrie die Zukunft so vorstellt. Digitaler klar, mit Digitalwerbung und die Häuser wachsen nach wie vor in den Himmel. Und der ist längst Verkehrstechnisch erschlossen. Ohne ein mobiles Gewusel kommt keine Futurecity aus.














Montag, 17. August 2026

AI Pix

Diesmal ist es die Dürre, die Frankfurt fest im Griff hat. Der Main ist längst ausgetrocknet und wenn noch was wächst, dann Kakteen und Wüstenpflanzen. Gut, wir haben einen trockenen Sommer, aber deswegen muß man noch nicht übertreiben. Gemini liefert dafür auf Wunsch so ein Stadtbild. Ob da noch jemand lebt, oder leben will? Schaut recht verlassen aus und in den Banktürmen werden schon lange keine Kredite mehr verwaltet oder Zinsen eingetrieben. Stolze würde sein bekanntes Gedicht an dieser Stelle umschreiben.    
  „…… un es will merr net in mein Kopp enei:
wie kann nor e Mensch heut von Frankfort sei!?“































Frankfurt im eisigen Griff. Die Kälte hat die Stadt lahmgelegt. Der Main gefroren und begehbar. Sieht aber nicht danach aus, als würde es irgendwer vorhaben. Niemand zu sehen, der noch irgendwas vorhaben könnte. In den Banktürmen sitzt auch niemand mehr, der dem Geld hinterherjagt. Nur der Sonnenuntergang taucht die Hochhäuser für kurze Zeit im warmen Licht. Nachts bestimmt das Einheitsblau des Mondlichts die Illumination. 
Es wollt kein Hund so länger leben.
Drum haben sich die Bewohner der Wanderung ergeben.
Wohin, so fragt der Spötter.
Das wissen nur die Götter.









 

 Der Weltuntergang.
Den gibt es, seit es Menschen gibt. Frecherweise ist die Welt immer noch da. Und zudem, die Einzigen, die bisher einen Weltuntergang gesehen haben, waren die Astronauten, die um den Mond flogen. Denn nur da kann man die Welt untergehen sehen. Also eine begrenzte Anzahl von Menschen. Landet man erstmal auf dem Mond, muß man zumindest auf dieses Schauspiel verzichten. Die Erde steht am Himmel und verändert ihre Position nicht mehr.
Die religiös definierten Weltuntergänge haben mit der Zeit etwas an Glanz und Furcht eingebüßt, oder wurden wie Ragnarök, Teil der Popkultur. Vor dem Jüngsten Gericht zittern nur noch die Sektierer. 
Dafür wurde der Weltuntergang in all seinen Formen Teil der Popkultur als Thema in Filmen und Science Fiction Romanen und damit säkularisiert und man fragt sich, ob es nicht langsam langweilig wird. Ob Außerirdische, Ufos oder derartige Plagegeister uns plattmachen wollen, oder die Natur ausrastet. Sei es in Form von Vulkanen, Erdbeben, Asteroiden, gemeinsam ist ihnen, das ist nicht das Ende. Einer kleinen Gruppe von Überlebenden gelingt es immer unter Führung eines Helden zu entkommen, zu überleben und eine neue Welt zu erbauen, die sich von der alten Welt nicht unterscheidet. Ein Weltuntergang ist schließlich keine Revolution. Änderungen der Gesellschaft sind verboten. Alles bleibt wieder beim Alten, versteht sich.
Manche dieser Dystopien sind daher echt reaktionär geraten. Der Weltuntergang löst nicht nur die sozialen Probleme unserer Zeit, er führt auch zurück in eine Retrowelt. In die gute alte Zeit. Ins Mittelalter, was die Produktion angeht, in eine vor technisierte Zeit und oft genug, zu einer Wiederherstellung der guten alten Sitten und Lebensweisen, die von der Moderne und der Stadt versaut wurden. Und auch zur Wiederherstellung der religiösen Ordnung, als noch niemand dran zweifelte und die Menschen glücklicher waren. Waren sie das? Wiederherstellung der Frömmigkeit, das ist das Thema der Filme aus den USA, die für die Zielgruppe der Sekten produziert werden. Zum Glück taugen sie meist nicht zum Blockbuster. Ihre reaktionäre Botschaft ist zu offensichtlich.
Vorstellungen vom Weltuntergang ziehen sich freilich auch durch die Welt der Linken. Wenn schon der Kapitalismus nicht zu Bruch gehen will und die Revolution in weiter Ferne rückt, dann setzen einige offenbar die Hoffnung in ein Desaster, das den Kapitalismus wenigstens auf diese Weise zu Bruch gehen lässt. Liegt darin möglicherweise der Hang vieler Linker, aus jeder Krise gleich den kommenden Weltuntergang herauszulesen? Der Wald stirbt, die Industrie wird uns alle vergiften. Und nun das Klima. Nein, ich fürchte, so leicht kommen wir nicht davon. Die gute alte Apokalypse lässt ja auch schon 2000 Jahre auf sich warten und es hat nicht den Anschein, als würden wir sie noch erleben.
Was die aktuellen Weltuntergänge angeht, alles schon dagewesen. KI? Die alte Furcht vor dem Roboteraufstand. Fehlt nicht an Romanen meist vom Niveau Bahnhofsliteratur. Erderwärmung? Vor dem CO² Anstieg wurde schon vor Jahrzehnten gewarnt. Anstieg des Meeresspiegels? Gähn. Eiszeit? Alles schon dagewesen. Die von Menschen geschaffene Technik, die uns über den Kopf wächst, wie Gentechnik, elektronische Überwachung, totale Kontrolle. Hatten wir alles schon. Ach ja, fast hätt ich den Atomkrieg vergessen. 
Für all das hat Hollywood die passenden Bilder geschaffen. Anfangs im Modell, mittlerweile im Rechner zusammengebaut. Jedenfalls Bilder, wie die Welt danach aussehen würde. Oder was davon noch übrig ist. 
AI stellt dagegen eine Demokratisierung dar. Weltuntergang für alle. Was bisher Hollywood vorbehalten war, denn nur die konnten die teuren Programme bezahlen, mit denen sich kostengünstig Großstädte plattmachen ließen, ist nun für alle da. Frankfurt in der Eiszeit? Gemini liefert es dir. Frankfurt vom Wald überwuchert? Kannst sofort haben. 
Oder man zieht mit der Kamera los. Hab ich bisher gemacht. Verfallende Architektur, die sich die Natur zurückholt? Nennt man auch Lost Place und da kann man das im verkleinerten Maßstab betrachten. Die Stadt nach dem Krieg? Solche Bilder bekommst in Farbe, wenn mal wieder was abgerissen wird, wenn auch im lokalen Maßstab. Doch auch das kann die AI liefern. Doch es prickelt doch etwas mehr, wenn man live solche Orte absuchen kann und nie weiß, was man vorfindet.
Und wie man weiß, der schönste Weltuntergang war immer noch Pompeji. Damals eine Katastrophe für die Betroffenen. Heute ein Glücksfall für die Forschung. Eine römische Stadt, fast original erhalten, sogar mit der Wandpropaganda und den Kloinschriften.

Was zur Hölle ist denn hier passiert? Die Sonne hat sich in ein Black Hole verwandelt. Die Atmosphäre ist gefroren und nur die Akkretionsscheibe spendet noch etwas Licht. Frankfurt in ferner Zukunft? Nicht ganz. Das Black Hole ist etwas zu groß geraten. Da hätte sich die Erde bereits in ihre Bestandteile zerlegt. Doch so sieht es optisch besser aus. Und natürlich weiß Gemini, wie ein Black Hole auszusehen hat. Die Raumkrümmung zeigt uns auch den hinteren Teil und klappt die verdeckte Gasscheibe um neunzig Grad um, so daß man sie sehen könnte. Wenn man so nah ran käme. Ist nicht zu empfehlen. Etwa wie der Aufkleber am Auto. Wenn du das lesen kannst, bist du zu nah dran. Doch keine Panik. Die Sonne wird nicht zum Black Hole mutieren, so jedenfalls die Astronomie. Dazu hat sie zu wenig Masse.