Das Internet ist wie ein leeres Blatt. Ohne Inhalt hat man s doch schnell satt. Netter Spruch. Hab ich mal geschrieben. Doch er stimmt nach wie vor. Nachdem wir mit KI einen Quantensprung vor uns haben wird sich einiges ändern. Nun kennen sich die User ja aus, sollt man meinen. Spam ist selten geworden, die Leut haben das nicht mehr zur Kenntnis genommen. Die Anzahl der User, die man mit Pyramidenspiele und sonstigen Hype locken konnte, ist unterhalb der Marke gefallen, mit der sich noch ansatzweise was verdienen ließe. Mail und Webseite sind selbstverständlich geworden und genauso selbstverständlich, den ganzen Unsinn nicht ernstzunehmen, der so verzapft wird, um Klickbites zu erzeugen. Die Fotografie ist teils ins Handy ausgewichen und Digibild schon so selbstverständlich, man meint, es war schon immer da. Die bisherige Bildmanipulation für die Kollegen im Büro (was ham mer gelacht /irony end) hat auch irgendwann ausgedient und wurd langweilig, nun muß neuer Stoff her.
Da kommt AI gerade recht, so könnt man meinen. Neue Bilder müssen her. Je irrealer, desto besser. Wie lange das Netz das noch mitmacht? Sehn wir mal. Ganz so weit sind wir noch nicht, noch kann man den Pix ansehen, da stimmt so einiges nicht. Bei vielen Pix kann es nur noch wer mit dem Thema vertraut ist.
Daraus folgt, das kann man wieder mal sehen. Die Linke wird zum Konservativen und zum Mahner. Sie verweist auf die Bedeutung von Dokument und Wahrheit und weiß, daß sie nur Rückzugsgefechte führt. Wieder mal. Wenn es um Technik geht, dann haben Linke einfach kein Glück und liegen mit ihren Prognosen meist daneben. Was hatten sie Muffe vor der Überwachung, vor 1984, vor Computer überhaupt. Nicht, daß sie nur Unrecht hatten. Vieles ist ja auch eingetroffen. Aber der große Untergang blieb aus.
„In zwanzig Jahren, sagt man, werden wir fast dreimal soviel an Energie, Waren und Dienstleistungen verbrauchen. Haben wir diesen Verbrauch nötig? Wünschen wir ihn? Bringt er mehr Entfaltungsmöglichkeiten, ein entspannteres Leben und mehr Brüderlichkeit in unseren Beziehungen mit sich? Die Produzenten dieser Güter und Dienstleistungen werden uns die entsprechenden Bedürfnisse gleich serienweise mitliefern. Sie werden für uns neue Arten von Knappheit und Mangel, neuen Luxus und neue Armut erfinden.“ Andre Gorz
Soweit ein heller linker Kopf zum Thema. Eben, wollen wir Rechner? Als sie neu waren und nur was für Spezialisten oder Spinner, was hätte man als Normalverbraucher mit anfangen können? Den Überblick über deine Geldmenge erledigst auch ohne Rechner. Etwas so. Warum ist am Ende des Geldes noch soviel Monat übrig. Auch die Werbung konnte nicht überzeugen, nicht das sie nicht alles versucht hätte. Aber den Menschen weiszumachen, sie würden ohne diese dunklen Bildschirme mit grünen Zeichen nicht mehr leben können, das überforderte auch die Werbefritzen. Das Produkt mußte sich ändern. Farbe mußte rein und Programme, mit denen sich was anfangen ließ, was die Menschen anzog. Der Rechner als Kommunikationsmedium und Nachbildungsmaschine. Das reichte noch lange nicht. Erst mit dem Internet gelang dem Rechner der Durchbruch zum Massenmedium. Ein Medium das sich von den althergebrachten durch seine interaktive Nutzung in Echtzeit unterschied. Du fragst die Welt, die Welt antwortet. Ok, nicht gleich die Welt, aber einzelne User, die deine Frage beantworten können. Das war neu und interessant. Wie alles, was neu ist. Doch mit der Zeit wird es Alltag und dann brauchst neuen Stoff. Hier ist der Kunde wie ein Junkie. Neuer härterer Stoff muß her, das alte wirkt nicht mehr. Kapitalismus eben. Der Warenkreislauf muß sich drehen. Und die Linke ist Teil davon, ob es ihr passt oder nicht. (Eine auch von linken vertretene konservative Haltung ist die, mit Papier hat man was in der Hand. Information auf Papier hat etwas Beständiges. Wie in Stein gemeißelt. Allemal der flüchtigen Elektronik vorzuziehen. Welcher Linke wollt es bestreiten? Und nun haben Konkret und TAZ ihre gedruckten Ausgaben eingestellt und sind nur noch elektronisch verfügbar.) Mit AI ist es nicht anders. Der Rechner als Gerät das alle Fragen beantworten kann. Als Ersatzperson, wenn s hilft, warum nicht? Niemand der dich anschreit oder sagt, was du für ein ( ……….. ) du bist. Zutreffendes bitte einfügen. Jedenfalls niemand der dir direkt widerspricht. Halt, nicht der. Die, wenn es sich so besser anhört. Der Mensch erschafft eben gern Illusionen, die irgendwann realer werden, als die Realität. Oder warum gibt es immer noch Religionen? Das kann KI besser. Wir erschaffen für dich eine Freundin, die stets zur Stelle ist, immer einen Rat für sich hat und nie mit Tod und Verdammnis oder Feuer und Schwefel drohen würde. So geht Fortschritt. Doch auch da gibt es Tücken. Damit umzugehen muß man lernen. Denn AI ist auch nicht schlauer als der Mensch. Bereits bei der Bilderstellung, kannst sehen, AI weiß so einiges nicht, was nur der Mensch, der sich auskennt, wissen kann. Oder der dabei war. Und was? Wir haben lernen müssen, mit Spammails umzugehen. Wir mußten lernen mit Hoax umzugehen und nicht alles zu glauben, was uns vorgesetzt wird und nicht bei jeder Fehlermeldung die Nerven zu verlieren. Wir haben gelernt, daß am Leitungsende oftmals nur Schwätzer sitzen und daß wir mit den Märchenerzählern und Verschwörungsspinnern nur unsere Zeit verschwenden. Bei KI stehen wir zwar noch am Anfang, aber auch das müssen wir lernen. Warum? Weil sie da ist und nicht verschwinden wird. Natürlich wird das auch die Linke tun müssen, weil sie sonst irgendwann recht alt aussehen wird. Moment, tut sie das nicht schon lange?
Schaut euch in die Augen, nicht in die Glotze. Auch so ein Spruch, der linke Befindlichkeit zusammenfasst. Was machen die, die sich nicht in die Augen sehen wollen, weil sie das auch nicht weiterbringt? Oder wenn das bei gestiegenen Alkpegel in der Kneipe nicht ratsam erscheint? Soll’s ja auch geben. Oder weil sie nicht gern angestarrt werden. Kann man ja nicht einfach so verlangen. Was, wenn die Mehrheit lieber in die Glotze schaut? Die widerspricht wenigstens nicht. Und so sieht man die Leute auf den Rechner schauen oder auf den Handyscreen. Was willst machen? Schließlich sahen sich die Menschen beim Sprechen zwangsläufig in die Augen. Nachdem die Schrift erfunden war, sahen sie auf das Blatt oder die Tafel, wie auch immer. Jedenfalls mußten sie sich nicht mehr beim Sprechen ansehen. Und heute ist es eben der elektronische Bildschirm. Linke wissen was zu tun ist. Verbieten, erziehen. Zumindest da wo es geht. Bei den Kids. Den Erwachsenen kann man s ja schlecht verbieten. Doch welche Alternative bieten sie an? Genau das ist es. Sie haben keine. Witzig nicht? Ausgerechnet eine Linke, die seit Jahrzehnten die menschliche Kommunikation zu zerstören versucht, meckert rum, wenn sich die Leute nach Alternativen umschauen. Das lässt sich nachweisen. Erfahrungen liegen ja nun lange genug vor. Die Provider bieten auf ihrem Portal eine Mischung von Politik bis Unterhaltung und reinen Unsinn. Für jeden was dabei, für jede Stimmungslage. Das kann man kritisieren, doch sie wollen eben den User ködern. Sie müssen ja Geld verdienen. Schau dir die linken Webauftritte an, der Gegensatz könnte nicht größer sein. Linke Webportale glänzen durch thematische wie grafische Langeweile. Irgendwie immer der gleiche Kram. Aufrufe, moralische Appelle, Warnungen. Man kennt das schon. Und wie das Internet unter ihrer Kontrolle aussehen würde, man kann es sich vorstellen. Schau dir Indymedia an. Warum tun sich Linke so schwer damit, auch mal Humorvolles oder einfach nur Unfug zur Unterhaltung zu bringen? Eben das, was nicht direkt zur Revolution führt. Über die Antwort muß man nicht lange nachdenken. Das linke Medium ist ein begrenzter Raum. War es früher die Seitenzahl, ist es heute die Aufmerksamkeit. Und dieser begrenzte Raum muß mit ernstem und wichtigen Infos gefüllt werden. Vom Leser haben sie das Bild, eines Users mit Nürnberger Trichter auf dem Kopf. Man muß soviel wie nur möglich an linken Ideen reinstopfen. Das erinnert uns woran? Genau, eine gewisse Richtung der Pädagogik. Soviel Wissen wie nur geht in die Köpfe stopfen, als hätten sie Angst, die Würmer würden dereinst nicht genug kluge Gedanken finden. Als wenn der Erfolg oder Misserfolg linker Politik, vom Wissen der Menschen abhängen würde. Und nun zur AI. Auf ins Gefecht. Die Linken werden den Leuten die AI solange madig machen, bis ihnen keiner mehr zuhört. Und am Ende verwenden sie dann selbst AI. Nicht schwer, das vorherzusagen. Wollt’s nur gesagt haben. |